
Im letzten Blogbeitrag habe ich darüber geschrieben, was wir unter dem perfekten Assistenzhund verstehen. Doch eines ist klar: Kein Hund wird mit all diesen Fähigkeiten geboren.
Wenn du darüber nachdenkst, einen verlässlichen Partner auf vier Pfoten auszubilden, der dir im Alltag zur Seite steht, gibt es eine zentrale Frage, die du dir stellen solltest: Welche Fähigkeiten brauche ich als zukünftige Assistenzhundehalterin?
Sich der eigenen Fähigkeiten bewusst zu sein – welche man bereits mitbringt und welche man sich noch aneignen will und muss – und dabei ehrlich mit sich selbst zu sein, ist meiner Meinung nach einer der am meisten unterschätzten, aber gleichzeitig entscheidenden Faktoren dafür, ob das Projekt Assistenzhund erfolgreich sein kann oder nicht.
Hier sind einige meiner persönlichen Gedanken dazu.
Geduld und Ausdauer – Der Schlüssel zum Erfolg
Ein Assistenzhund benötigt eine klare und konsistente Umgebung, um seine Aufgaben zu erlernen und später zuverlässig auszuführen. Eine gute Halterin bleibt geduldig, auch wenn der Trainingsweg steinig ist. Und er wird steinig werden. Geduld bedeutet, dem Hund die Zeit zu geben, die er braucht – und dennoch mit Ausdauer an den Trainingszielen festzuhalten und den Weg zum Ziel, wenn nötig, anzupassen.
Empathie und Einfühlungsvermögen – Die Basis für Vertrauen
Eine gute Assistenzhundehalterin versteht die Bedürfnisse ihres Hundes, erlernt und erkennt dessen Körpersprache und Ausdrucksweise. Sie ist achtsam, aufmerksam und reagiert respektvoll, indem sie die Bedürfnisse ihres Hundes erfüllt.
Trainingsmethodik – In jeder Situation
Eine gute Halterin nutzt belohnungsbasierte Trainingsmethoden. Was das heisst und wie eine belohnungsbasierte Trainingsmethode aussieht im Alltag und Training erkläre ich dir in einem weiteren Blogartikel – weil es eben wirklich wichtig ist.
Verantwortungsbewusstsein – Sicherheit geht vor
Eine Assistenzhundehalterin trägt Verantwortung – nicht nur für sich selbst, auch für ihren Hund. Sie sorgt dafür, dass der Hund jederzeit sicher ist – sei es im Strassenverkehr, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder in schwierigen Situationen. Vorausschauendes Handeln und ein aufmerksamer Blick auf den Hund sind essenziell.
Wissen und Weiterbildung – Lernen endet nie
Eine gute Assistenzhundehalterin bleibt neugierig und offen für neues Wissen. Sie bildet sich weiter. Nur wer selbst bereit ist zu lernen, kann seinen Hund optimal fördern und sein Potenzial bestmöglich ausschöpfen.
Zeit und Aufmerksamkeit – Gemeinsame Erlebnisse schaffen
Eine gute Assistenzhundehalterin investiert nebst dem Training für die Assistenzleistungen bewusst Zeit in Spiel, gut geplante Trainingssessions und entspannte Spaziergänge.
Selbstreflexion – Der Blick in den Spiegel
Eine gute Halterin ist sich bewusst, dass es nie der Hund ist, der „schuld“ ist, wenn etwas nicht funktioniert. Sie reflektiert die Situation und fragt sich:
- Was kann ich beim nächsten Mal anders machen?
- Wie kann ich meinen Hund besser unterstützen, damit er das von mir gewünschte Verhalten gerne und sicher zeigt?
Emotionale Stabilität – Ein Anker für den Hund
Hunde sind Meister darin, die Emotionen ihrer Menschen wahrzunehmen. Eine gute Halterin bleibt in stressigen oder belastenden Situationen ruhig und vermittelt ihrem Hund Sicherheit.
Doch was ist, wenn genau das der Punkt ist, für den du deinen Assistenzhund brauchst? Hier wird es besonders herausfordernd: Wie kannst du deinem Hund die nötige Sicherheit geben, wenn du selbst in diesem Moment keinen stabilen Anker bieten kannst? Die Antwort liegt in einem gut durchdachten Trainingsprozess.
Trainiere emotionale Stabilität – Schritt für Schritt
- Schaffe sichere Situationen: Beginne mit Trainingssituationen, in denen du dich emotional stabil fühlst. Starte mit dem Training immer zu Hause.
- Übe ohne Druck: Setze weder dich noch deinen Hund unnötig unter Druck. Wähle Situationen, die euch beide nicht überfordern. Überforderung führt zu Stress – und Stress blockiert den Lernerfolg.
- Stärke die Selbstständigkeit deines Hundes: Ziel ist es, dass dein Hund so stabil wird, dass er auch dann ruhig bleibt, wenn du selbst in emotionalen Ausnahmezuständen bist. Dies braucht Zeit und ausdauerndes Training.
- Hole dir Unterstützung: Nimm dir eine Person zur Seite, die dir in schwierigen Situationen Rückhalt gibt. So kannst du deinem Hund die notwendige Ruhe und Sicherheit vermitteln, bis er selbst sicher ist an den trainierten Orten und sich so selbst stabilisieren kann.
- Bleib positiv – auch wenn es mal nicht läuft: Fehltritte und gelegentliches Stolpern gehören dazu. Wichtig ist, bewusst den Fokus auch auf kleine Fortschritte zu legen.
Fazit: Gemeinsam wachsen und lernen
Eine gute Assistenzhundehalterin zeigt Geduld, Empathie und Verantwortungsbewusstsein und ist bereit, an sich selbst zu arbeiten, um ihrem Hund die bestmögliche Unterstützung zu bieten. Denn ein Assistenzhund kann nur dann sein volles Potenzial entfalten, wenn sein Mensch ihm ein stabiles, liebevolles und respektvolles Umfeld bietet.
Wenn du bereit bist, deinen Hund auch dann zu lieben, wenn er es nicht zum geprüften Assistenzhund schafft, dann sage ich: Go for it! Starte die Selbstausbildung deines Assistenzhundes – begleitet von den richtigen Informationen. 💛🐾
Herzlichste Grüsse, bis zum nächsten Blogbeitrag
Scarlett
mit tierischer Unterstützung Asera und Eos
Warum ich die weibliche Form verwende
Sprache ist ein kraftvolles Werkzeug – sie kann einladen, sichtbar machen und ein Gefühl der Zugehörigkeit schaffen. Aus diesem Grund entscheide ich mich bewusst dafür, in meinen Texten die weibliche Form zu verwenden. Die Mehrheit meiner Kundschaft sind Frauen, und ich möchte, dass sie sich direkt angesprochen und wahrgenommen fühlen. Natürlich schliesst diese Formulierung alle Geschlechter ein – denn unabhängig davon, wie wir uns identifizieren, bleibt der Kern meiner Botschaft derselbe: Jeder Mensch ist willkommen und wertgeschätzt. 💛😊

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Scarlett Schneider – Hundetrainerin
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